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Infos aus erster HandZIB 03.10.2018

Den richtigen Weg finden

Nicht jede/r ist mit den Entscheidungen, die zu seiner/ihrer beruflichen Situation geführt haben, als Erwachsene/r noch zufrieden. Statt sich damit abzufinden, lohnt sich der Weg zum AMS, denn die BeraterInnen haben jede Menge Infos rund um (Neu)Orientierung und/oder (Weiter)Qualifizierung.

Infomesse „Frauen können mehr“

Ein besonders spannendes AMS-Angebot ist die P.Qu (Punktgenaue Qualifizierung), die es Frauen ermöglicht, eine verkürzte Lehrausbildung in einem traditionell männerdominierten Bereich bis hin zum Lehrabschluss zu absolvieren.

Dieses Programm wurde am 12. September im AMS BIZ in St. Pölten vorgestellt. Nach einer kurzen Begrüßung durch Thomas Schwarzinger, Abteilungsleiter der Beratungszone im AMS St. Pölten, standen aktive P.Qu-Teilnehmerinnen den zahlreichen BesucherInnen Rede und Antwort.

Thomas Schwarzinger, Abteilungsleiter Beratungszone

Mirjam Frank, 20 Jahre, Kfz-Technikerin

„Etwas Besseres könnte mir nicht passieren!“ schwärmt die junge Frau über ihren Ausbildungsbetrieb, die Firma KFZ-Auer in Dürnrohr. Vor ca. eineinhalb Jahren hat sie hier ihre Ausbildung zur Kfz-Technikerin begonnen und weitet ihre Aufgabenbereiche immer weiter aus. Ob Service, Zahnriemen wechseln, Pickerl-Überprüfung oder Standard-Reparaturen – die Arbeit macht ihr großen Spaß und auch Spezialaufgaben, wie Mopedreparaturen oder Arbeiten an Oldtimern bringen viel Abwechslung in den Arbeitsalltag. „Wir sind ein kleines Team, da kann ich viel lernen.“ erzählt Frau Frank. Der Beruf hat sie schon immer interessiert und von der Familie wurde dieses Interesse auch immer unterstützt: So durfte sie schon als Kind mit Papa in der Garage basteln und auch der große Bruder zeigte ihr ein paar handwerklich-technische Kniffe. „Mit Hilfe der P.Qu war es viel leichter, in meinem Alter einen Ausbildungsplatz zu bekommen, als über eine reguläre Lehre. Und dass die Lehre damit nur 2 Jahre dauert, ist auch in Ordnung. Ich bekomme ja zum Beispiel Arbeitsblätter für die Prüfungsvorbereitung von meiner P.Qu-Beraterin – das hilft schon beim Lernen.“ Mirjam Frank ist sogar so motiviert, dass sie darüber nachdenkt, nach der Lehre auch die Meisterprüfung abzulegen.

Giovanna Brizzi, 39 Jahre, Medienfachfrau

Ganz frisch, nämlich seit rund einem Monat, ist die ruhige Italienerin in der Ausbildung zur Medienfachfrau – Webdevelopment im Landtag der Grünen. Zuständig ist sie vor allem für die Webseiten- und Social-Media-Betreuung sowie für die Online- und Printrecherche. „Die Ausbildung ist so umfangreich, es gibt so viel Interessantes zu lernen.“ erzählt Frau Brizzi von ihrem Ausbildungsplatz. Die gelernte Kauffrau leitete früher mehrere Geschäfte. Den Sprung vom Handel in die Technik machte sie gern, wollte sie doch schon immer eher etwas machen, was der Gemeinschaft zu Gute kommt. Ihr Umfeld war davon zwar überrascht, dass sie als erfolgreicher Profi aus der Handelsbranche einen Neustart in Form einer Lehre wagt, sie erhielt aber viel Support: „Ich habe einige FreundInnen aus der Branche, da erhalte ich schon viele Tipps und habe auch genug Rückhalt.“ Für die Zukunft hofft sie, auch die Möglichkeit für ein Auslandspraktikum zu erhalten und sie möchte die Matura nachholen.

Rebekka Preißler, 28 Jahre, Tischlerin

Mitten in der Ausbildung zur Tischlerin bei der Fa. Pitzl in Purgstall steckt Frau Preißler. Im Herbst 2019 hat sie dann den Lehrabschluss in der Tasche. Ursprünglich wollte sie Restauratorin werden, weshalb ihrer Ausbildung auch der Abschluss des Kollegs Innenraumgestaltung und Möbelrestauration vorausging. Dort konnte sie bereits etwas Werkstattluft schnuppern und absolvierte auch Kurzpraktika. Ihre Vorkenntnisse kommen ihr nun nicht nur in der Berufsschule zu Gute, wo sie in der Leistungsgruppe ist, sondern auch beim Arbeiten selbst. Im Betrieb werden vor allem Aufträge für PrivatkundInnen und ArchitektInnenarbeiten erledigt. „Am liebsten mag ich die Montage – da sieht man das fertige Produkt. Das ist schon ein gutes Gefühl.“ erzählt die junge Frau. Für die Zukunft kann sie sich gut vorstellen, sich auf Kunsttischlerei und Restauration zu spezialisieren.

Das Projekt

P.Qu – Punktgenaue Qualifizierung

In diesem AMS-geförderten Ausbildungsprogramm wird es Frauen ab 18 Jahren ermöglicht, eine verkürzte Ausbildung in einem Berufsbereich zu absolvieren, in dem der Frauenanteil traditionell gering ist.

P.Qu Mostviertel / Mitte

P.Qu Industrieviertel