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Besuch der BundesministerinZIB 11.08.2017

Alles unter einem Dach

In der Austinstraße im St. Pöltner Stadtteil Viehofen bündelt ZIB Training NÖ die vom AMS Niederösterreich beauftragten und geförderten Kurse Wiedereinstieg mit Zukunft, FiT – Frauen in Handwerk und Technik, P.Qu – Punktgenaue Qualifizierung und TAFF – Treffsichere Ausbildung für Frauen.

Seit 2009 wird das regionale FiT-Zentrum mit dem Hauptstandort in St. Pölten von ZIB Training NÖ im Auftrag des AMS Niederösterreich durchgeführt. Ziel des Programms ist die Verringerung der Segregation der Frauen am Arbeitsmarkt. Durch Beratung und Qualifizierung werden den FiT-Teilnehmerinnen Möglichkeiten abseits der „traditionellen Frauenberufe“ aufgezeigt. Sie lernen nicht nur die mehr als 200 förderbaren Lehrberufe kennen, sondern erwerben auch grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse für technisch-handwerkliche Berufe.

Wer sich im FiT-Programm entschließt, eine Lehrausbildung am 2. Bildungsweg in einem traditionell von Männern dominierten Beruf zu starten, kann das über einen der begehrten Plätze in der P.Qu – der punktgenauen Qualifizierung (Industrieviertel & NÖ Mitte / Mostviertel) machen. Die P.Qu startete 2012 als konsequente Erweiterung des FiT-Zentrums und begleitet interessierte Frauen bis zum Lehrabschluss im gewählten FiT-Beruf.

Seit heuer gibt es dieses Angebot im Industrieviertel und in NÖ Mitte/Mostviertel in Form des Projektes TAFF – Treffsichere Ausbildung für Frauen – nun auch für jene, die sich zwar ebenfalls für eine Ausbildung inklusive Lehrabschluss interessieren, aber in einem traditionell von Frauen dominierten Bereich. Da der Großteil dieser Frauen nicht aus dem FiT-Zentrum kommt, ist der TAFF-Ausbildung eine eigene Abklärungs- und Orientierungsphase vorgeschalten.

Präsentation

Am Donnerstag präsentierten das AMS Niederösterreich, vertreten durch  Mag. Mario Danler und Mag.a Maria Aigner aus der Landesgeschäftsstelle des AMS NÖ sowie Mag.a Hilde Stockhammer aus der Bundesgeschäftsstelle des AMS gemeinsam mit ZIB Training GmbH NÖ diese Projekte der Bundesministerin Priv. Doz.in Dr.in med. Pamela Rendi-Wagner, MSc.

Im Anschluss daran berichteten Betriebe und Teilnehmerinnen der P.Qu von ihren Erfahrungen mit der Ausbildung: Die Hansaton GmbH arbeitet in ganz Österreich eng mit dem AMS zusammen und nutzt deren bundesländerspezifischen Förderprogramme. „Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit sind toll, und besonders gut funktioniert das hier in Niederösterreich mit der P.Qu!“ konnte Frau Kranebitter, HR-Abteilung Hansaton, berichten. Auch die Care-Diagnostics GmbH freute sich, dass mit der über die P.Qu auszubildenden Chemielabortechnikerin eine win-win-Situation für die Teilnehmerin und den Betrieb entstanden ist. Herr Ziegelwagner erzählte stolz vom Sieg seiner mittlerweile ausgelernten P.Qu-Teilnehmerin beim Landeslehrlingswettbewerb der TapeziererInnen und DekorateurInnen 2016.

Beim abschließenden Rundgang durch den Standort zeigten die FiT-Teilnehmerinnen in der Werkstatt der Ministerin, wie sie im Zuge ihrer aktuellen Projektarbeit Buchbinden lernen und worauf es dabei besonders ankommt.

3 Programme  – 1 Ziel

Nach wie vor entscheiden sich die meisten Mädchen und Frauen für die Berufsbereiche Büro, Handel und Dienstleistung. Und auch der Anteil der Frauen in Teilzeitbeschäftigung steigt weiter. Die Tätigkeit in Berufen, die generell geringer entlohnt werden bzw. aufgrund von fehlender Ausbildung in Form von Anlern- oder Hilfstätigkeit und/oder in Teilzeit durchgeführt wird, wirkt sich stark negativ auf das Lebenseinkommen der arbeitenden Frauen aus.

„Im Zentrum der Gleichstellung steht die ökonomische Unabhängigkeit der Frau.“, bringt es Bundesministerin Rendi-Wagner auf den Punkt.

FiT, P.Qu und TAFF bilden gemeinsam ein wirksames Tool gegen den Trend zu dequalifizierenden Tätigkeiten von Frauen. Gemeinsam mit den engagierten Praxisbetrieben werden die Frauen zu Fachkräften ausgebildet, die der Arbeitsmarkt dringend benötigt.